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Reiterdenkmal
 Das Reiterdenkmal im Pferdesportpark Karlshorst:

Reiterdenkmal Trabrennbahn

Das Reiterdenkmal im Pferdesportpark Karlshorst

Was Herrn Willibald Fritsch dazu bewogen hat, ausgerechnet einen jungen, unbekleideten Mann auf das Pferd zu setzen, statt eines glorreich dreinblickenden Krieger, in voller Uniform, habe ich bei meinen Recherchen leider nicht herausbekommen.

Vielleicht war es dem Umstand der Epoche zu schulden, dass er nach der prüden Kaiserzeit, die vermeintliche Freiheit der Weimarer Republik wahrgenommen hat, solch ein gewagtes Werk zu schaffen. Obwohl diese Theorie auch nicht ganz stimmen kann, denn kein Geringerer, als Herr von Hindenburg selbst, hat im Jahr 1925 die Hüllen des jungen Mannes auf dem Pferde, fallen lassen.

Seither begrüßt der junge Mann nicht wie man meinen könnte, die nach und durch Karlshorst ziehenden Reisenden, sondern seine Blicke richten sich auf das Oval der Trabrennbahn und verharrt in stillem Gedenken an 161 Gefallene Reiter aus dem ersten Weltkrieg. Sie alle haben sich mehr oder weniger auf der Pferderennbahn ihre Lorbeeren verdient. Die Besonderheit dieses Denkmals ist, dass hier erstmals nicht nur sog. Herren- sondern auch Berufsreiter mit einem gemeinsamen Denkmal geehrt wurden. Vielleicht liegt darin der Grund, dass Herr Fritsch keinen säbelrasselnden Offizier auf das Pferd gesetzt hat.

Der Sockel des Denkmals könnte, wenn er in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht übermalt worden wäre, heute noch von den Namen der Gefallenen berichten.

Nun aber, muss der junge Reiter samt Pferd langsam darauf acht geben, dass sein stierer Blick des ewigen Gedenkens, nicht abrupt im Rasen der nahen Gegenwart vor dem Denkmal sein jähes Ende findet. Bei meinem Besuch, im September 2006 machte der Sockel keinen guten Eindruck. Er müsste gründlich Saniert werden, so dass er auch noch weitere 80 Jahre, dem Pferdchen mit dem Knaben; erhobenen Hauptes in seiner ehrwürdigen Haltung einen angemessenen Platz bieten kann.

+++ 01.02.2007 +++

Nun war es soweit, der Sockel war leer.

Am 01.02.2007 führte mich mein Weg mal wieder durch den Pferdesportpark und meine Verwunderung war riesig. Weg war es, das Reiterdenkmal. Ich musste dreimal hinschauen und meinen Fotoapparat zücken - sonst hätte ich es nicht geglaubt. Es war wirklich nicht mehr da.

Reiterdenkmal Trabrennbahn Reiterdenkmal Trabrennbahn
Reiterdenkmal Trabrennbahn

Sogleich machte ich mich auf den Weg ins Büro vom PSP - Karlshorst, um mich dort nach dem Verbleib des Reiters zu erkundigen. Dort fand sich auch gleich ein netter Mitarbeiter, der mich aufklärte. Das Denkmal wäre nicht einfach so weg (gestohlen), sondern es wartete auf seine Sanierung an einem geheimen Ort. Ich bettelte, fast auf allen Vieren, um es noch einmal aus der Nähe sehen zu dürfen. Der Mitarbeiter lachte und winkte ab - Es werde bis zum Spätsommer restauriert und würde dann wieder auf seinen angestammten Platz zurück kehren. Die Finanzierung der aufwendigen Restaurierung wird zum Teil aus Spenden, die der Bürgerverein gesammelt hat, vom Förderverein Pferdesportpark Berlin Karlshorst und dem Pferdesportpark als Besitzer des Standbildes realisiert. Auch wurden Mittel bei der Berliner Denkmalpflege beantragt.

Das Jahr 2007 ist noch sehr jung und wir lassen uns überraschen. Aber auch ich werde ein Auge darauf werfen, dass es nicht zu einer „Unendlichen Geschichte" wird.

ReiterstandbildSie finden das Denkmal (z. Zt. nicht) auf der Trabrennbahn Karlshorst, Treskowallee 129 in 10318 Berlin

Mitteilung des Bürgervereins:

Die Restauration von Sockel und Reiter laufen derzeit auf Hochtouren. Wenn alles nach Plan verläuft, ist Ende Juni 07 alles wieder an alter Stelle zu besichtigen.

Grüße Hans Krautzig / Vorsitzender Bürgerverein Karlshorst

+++ 07.08.2007 +++

Stand Anfang August 2007 - Nun ist das Jahr nicht mehr ganz so jung.

+++ 13.12.2007 ++++

Reiterstandbild wieder zurück zur Trabrennbahn Karlshorst

Auf Initiative des Bürgervereins Karlshorst e. V. und mit tatkräftiger Unterstützung durch den Eigentümer, den Pferdesportpark Berlin Karlshorst e. V., wurde die Restaurierung des bronzenen Reiterstandbildes und vor allem die des geborstenen Sockels durchgeführt und in dieser Woche abgeschlossen. Der bronzene Reiter kehrt am 14. Dezember wieder an seinen Standort zurück, den er im Januar diesen Jahres wegen des einsturzgefährdeten Sockels verlassen musste. Unser besonderer Dank geht an der Berliner Denkmalbehörde, die dieses Vorhaben finanziell unterstützt hat, an den Restaurator, Herrn Carsten Kuhn, der sich viel Mühe zur originalgetreuen Wiederherstellung des Sockels gegeben hat und an die Berliner Feuerwehr für die Wiederaufstellung des Standbildes auf dem Sockel.

Das 1925 zu Ehren der im 1. Weltkrieg gefallenen 139 Herrenreiter, die auf der Rennbahn Karlshorst aktiv waren (damals Militärreiter), zeigt sich wieder in alter Schönheit. Einige der in den Sockel eingefügten Namen sind wieder lesbar geworden. Eine vollständige Wiederherstellung der Inschriften war leider nicht mehr möglich. Damit haben wir wieder eine Aufgabe aus dem Jubiläumsjahr 2005 erfolgreich abgeschlossen, sagte der Vorsitzende des Bürgervereins, Dr. Hans Krautzig.

12. Dezember 2007
Dr. Hans Krautzig Bürgerverein Karlshorst

+++ 14.12.2007 ++++

14.12.2007 Aufstellung des Reiterdenkmals
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Das Denkmal soll gerettet werden - Aus der Berliner Morgenpost vom 22. September 2005

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Aus der Geschichte der Trabrennbahn Karlshorst
(kleiner Exkurs)

Datum

Ereignis

9. Mai 1894

Eröffnungstag des Vereins für Hindernisrennen in Berlin-Karlshorst. Die Bahn läuft unter dem Namen Wuhlheider Hindernisbahn.

17. Juni 1897

Besuch der deutschen Kaiserin. Im Rahmenprogramm findet ein Trabfahren mit Zweispännern statt.

26. Oktober 1913

Enthüllung des Obelisks, der dem Schöpfer der Bahn und ersten Sekretär des Vereins, Florentin von Schmidt-Pauli, gewidmet ist.

28. Juli 1914

Das letzte Rennen vor Kriegsausbruch.

6. April 1926

Erste Rundfunkübertragung in Deutschland von einem Pferderennen, von der Bahn in Karlshorst.

23. Oktober 1932

Das erste Amazonenrennen Deutschlands findet hier statt.

14. April 1935

Eröffnung der neuen Tribühne mit 1.500 Sitzplätzen.

1. Juli 1945

Erstes Trabrennen in Karlshorst durch von Generaloberst Bersarin befohlene Umsiedelung von Mariendorf nach Karlshorst.

7. Juni 1953

Die Berliner Renngruppe zeigt am 7.6.1953 bei einem Volksfest auf der Trabrennbahn in Karlshorst 4 Windhundrennen.

1955

Letztes Rennen der Motorad-Langbahn-Spezialisten

5. Oktober 1957

"Wildwestfahrerei" und Geläufzustand sorgen für zahlreiche Stürze und somit einen der schwärzesten Sonntagabendrenntage.

1958

Zielfotographie wurde eingeführt.

18. August 1985

Comeback der Trabrennbahn in neuem, internationalen Maßstäben entsprechendem Outfit.

23. Dezember 1989

Erster Fahrervergleich nach dem Mauerfall zwischen Karlshorst und Mariendorf.

12. August 1990

Der Mariendorfer "Catchdriver" Stephan Gebhardt beschloß mit dem Sieg mit Marketender die DDR-Traber-Annalen.

9. Oktober 1990

Einführung des Mariendorfer Elektronen-Totos in der Wuhlheide.

13. November 2004

1. Tuntenderby in Berlin. Die Erlöse des Rennens gehen zu Gunsten der Berliner Aids Hilfe e.V
Quelle

11. September 2005

Rückkehr der Motorrad-Langbahn-Spezialisten (Sandbahnrennen)Quelle

23. Januar 2007

Das 1925 aufgestellte Reiterdenkmal zu ehren der im 1. Weltkrieg gefallen Reiter wurde wegen seines desolaten Zustandes zur Sanierung vom Sockel genommen

8. Juni bis 10. Juni 2007

1. Deutsch- Russische (sowjetische) Festtage nach dem Mauerfall 1989 in Berlin-Karlshorst. Sie sollen künftig jährlich stattfinden.

Quelle: bis 1990 - Torsten Buller (FHTW)

Pferdebahn Ponny Galopp


 
 
 


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