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historisches Karlshorst
Kleiner historischer Exkurs in die Geschichte von Karlshorst

Namenserläuterung

Treskow, Johann Carl Sigismund, * 6.12.1787 Berlin, † 4.10.1846 Friedrichsfelde, Rittergutsbesitzer.
Er erwarb 1816 Schloß und Gut Friedrichsfelde, das 1846 Erbeigentum wurde. 1825 legte er im Südteil des Gutes das Vorwerk Karlshorst an. Das neu angelegte Vorwerk, etwa an der heutigen Ecke Waldowallee/Kreuzung Rheinsteinstraße gelegen, ließ er bei der preußischen Regierung in Potsdam registrieren. 1895 übernahmen die Gründer der Villenkolonie Karlshorst den Namen vom Vorwerk, der vom Landrat des Kreises Niederbarnim, von Waldow, am 25.5.1895 genehmigt wurde.

Die heutige Treskowallee ist in ihrem Verlauf nicht identisch mit der von der Jahrhundertwende bis 1961 bestehenden Treskowallee, die 1961 - zusammen mit der Karlshorster Landstraße - in Hermann-Duncker-Straße und - zusammen mit der Schloßstraße - in Am Tierpark benannt wurde.

Links zur Geschichte und Geschichten rund um die Treskowallee.

gefunden bei:


Erläuterung

Verlauf

sie verläuft von Am Tierpark bis Edinsonstraße, Rummelsburger Straße und An der Wuhlheide.

Name ab

9.1.1992

Namen
(früher/später)

Treskowallee (1900-1961)
Karlshorster Chaussee (um 1913-1955)
Karlshorster Landstraße (1955-1961)
Hermann-Duncker-Straße (1961-1992)

Straße auch in

Treptow-Köpenick (Oberschöneweide)

Quelle:
Edition Luisenstadt, 2005
www.luise-berlin.de
www.berlingeschichte.de


Chronologie eines Ortes
  • 11.09.1825:
    Ersterwähnung des "Vorwerks Carlshorst".



  • Anfang Mai 1894:
    Eröffnung des Bahnhofs Rennbahnhof Karlshorst. Er wurde am 1. Juli 1894 eingeweiht.



  • 09.05.1894:
    Eröffnungsrennen der Pferderennbahn, die der Verein für Hindernisrennen von Westend nach Karlshorst verlegt hatte.



  • 28.05.1894:
    Grundsteinlegung für die Stiftungshäuser des Kaisers in der heutigen Lehndorffstraße. Sie wurden 1943 bei einem Luftangriff zerstört.

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  • 25.05.1895:
    Unterzeichnung des "Koloniekonsens" der Villen- und Landhaussiedlung Karlshorst.



  • 1899-1902:
    Zweijährige Bauzeit für den S-Bahnhof Karlshorst, errichtet nach Plänen der Architekten Suadicani und Karl Cornelius.



  • 24.06.1901:
    Amtliche Festlegung der Schreibweise „Carlshorst“ in "Karlshorst".

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  • 1919 - 1921:
    Nach einem vorrangig sozialen Konzept baut der bekannte Architekt Peter Behrens die "Waldsiedlung" mit Ein- bis Vierfamilienhäusern sowie Hausgärten und Stallungen für die Kleintierhaltung.

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  • 06.12.1936: Weihe der katholischen St. Marienkirche. Das Bauwerk ist den alten römischen Basiliken nachempfunden. Zeitweise war in einer früheren kleinen Behelfskapelle auch der junge Bernhard Lichtenberg tätig - später Berliner Dompropst und konsequenter Gegner des NS-Regimes.

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  • 01.04.1937:
    Die Eröffnung der Pionierschule I mit knapp 20 Gebäuden, darunter das große Hörsaalgebäude an der Zwieseler Straße, diente der Ausbildung der faschistischen Wehrmacht. 1942 in „Festungspionierschule“ umbenannt, 1945 hier aufgelöst und nach österreich verlegt.

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  • 1939/40:
    Zwangsarbeiterlager im OT Karlshorst
    Fa. Furnierwerk Karlshorst, Blockdammweg 62-68 (heute 38-58)
    1939/40 Errichtung von Leichtbaubaracken
    ab 1939: Polen
    ab 1942: Polen, Franzosen



  • 1939-1945:
    Der Ortsteil weist 168 kriegszerstörte und 806 stark beschädigte Gebäude auf.

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  • 08.05.1945:
    Im Offizierskasino der ehemaligen Festungspionierschule in der Rheinsteinstraße wird vor dem Oberkommando aller Länder der Anti-Hitler-Koalition die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht unterzeichnet. Einen Tag später findet am gleichen Ort die Gründung der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) statt.



  • Mai 1945:
    Tausende Frauen, Kinder und ältere Männer müssen innerhalb von 24 Stunden ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Zeitzeugen sprechen von einer hohen Selbstmordrate.

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  • 10.10.1949:
    Der Chef der SMAD, Armeegeneral Tschuikow, übergibt dem Ministerpräsidenten der gerade gegründeten DDR, Otto Grotewohl, offiziell alle Verwaltungsfunktionen.

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  • 04.10.1950:
    Das frühere Kant-Gymnasium an der Treskowallee wird ein„Planökonomisches Institut“, ab 1954 Hochschule für ökonomie. Nach 1989 „Abwicklung“ der Schule. 1991 übernimmt die "Fachhochschule für Technik und Wirtschaft" die Immobilie.

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  • 1956-1957:
    Zwischen Marksburg- und Ilsestraße entstehen die ersten versuchsweise Großblockbauten mit Beton-Bauelementen sowie verschiedenartigen Grundrissen und Fassaden.



  • 19.06.1960:
    Orgelweihe in der evangelischen Kirche "Zur Frohen Botschaft". Die älteste erhaltene Orgel Berlins, 1753 bis 1755 von Peter Migend für Prinzessin Amalie von Preußen erbaut, erklingt künftig in Karlshorst.



  • 25.05.1963:
    Karlshorst ist seit 1945 Sperrgebiet. 1949 werden Teile des Sperrgebietes aufgehoben. 1963 fallen die letzten Sperrzäune. Sowjetische Militärangehörige und ihre Familien bleiben in Karlshorst wohnen.

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  • 12.10.1966:
    Ein bezirkseigenes Kulturhaus eröffnet in der Treskowallee.

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  • 01.10.1979:
    Bildung eines Möbelkombinats in Berlin, sein Stammbetrieb geht aus dem 1964 fertiggestellten Möbelwerk Karlshorst hervor. Das neuentwickelte komplettierungsfähige Wohnzimmer "carat" ist das Hauptprodukt bis in die 80er Jahre hinein. Seit 1991 DLW Büromöbel GmbH.



  • 04.01.1989:
    Baubeginn der Hochstraße „Edison-Knoten“



  • Dez. 1989:
    Nach den politischen Umwälzungen in der DDR wird ein verschwiegenes Kapitel der Karlshorster Geschichte sichtbar. Das Ministerium für Staatsicherheit hatte in dem Ortsteil zahlreiche "konspirative Objekte" unterhalten, die nun ein Bürgerkomitee offen legte.

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  • 1990:
    Der ehemalige Chor des Pionierpalastes der DDR findet in der Schule in der Ehrenfelsstraße ein neues Zuhause. Der "Canzonetta-Chor" gehört mit zu den größten Chören Berlins.



  • 17. - 18.03.1990:
    Im Ausstellungszentrum des VKSK findet erstmals gesamtdeutsch eine Rassehundeausstellung statt.

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  • 05.10.1991:
    Auf dem früheren Gelände des 1930 errichteten St. Antonius-Krankenhauses eröffnet die "Katholische Fachhochschule Berlin" ihren Lehrbetrieb.

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  • 25.08.1994:
    Mit der Karlshorster Garnison übergab der Oberkommandierende der GUS-Armee den letzten Militärkomplex der aus Deutschland abziehenden GUS-Truppen.

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  • 10.05.1995:
    Das wiedereröffnete Museum in der Rheinsteinstraße stellt eine neue Ausstellung über die deutsch-russischen Beziehungen seit 1917 vor. Insgesamt wurde der thematische Rahmen erweitert und durch bis dahin vernachlässigte Aspekte ergänzt. Unverändert erhalten bleibt der Saal, in dem die Kapitulation der deutschen Wehrmacht stattfand.

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  • 28.08.1998:
    Richtfest im Einkaufszentrum des umgestalteten alten Rennbahnhofes Karlshorst, der ursprünglich bis 1928 als Bahnhof mit Stationsgebäude für die Trabrennbahn diente.

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  • Anfang 2003:
    Beginn des Abrisses der russischen Kerserne. Sie stand seit 1994 leer.

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  • 7. Mai 2004:
    Die ersten Stolpersteine wurden zu Ehren der dem Naziterror zum Opfer gefallenen verlegt. Die Stolpersteine erinnern in unserem unmittelbaren Lebensumfeld an die Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgter, Homosexueller, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer.


  • 25. Mai 2005:
    Im Rahmen der Feierlichkeiten zu 110 Jahren Karlshorst, Wiederaufstellung des Gründungssteins.


  • 25.-29. Mai 2005:
    Feierlichkeiten zu 110 Jahren Karlshorst.


  • August 2006:
    Herstellung des Europaradweges R1 - Hegemeister Weg
    1. Bauabschnitt Hegemeisterweg/Treskowallee bis Liepnitzstraße

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  • 8. Juni bis 10. Juni 2007 :
    1. Deutsch- Russische (sowjetische) Festtage nach dem Mauerfall 1989 in Berlin-Karlshorst. Sie sollen künftig jährlich stattfinden.


  • 2009:
    Das Theater Karlshorst wird saniert. In ihm befindet sich jetzt die Aussenstelle der Schostakowitsch Musikschule


    Christine Steer, Heimatmuseum bis 1998


     
     
     


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